Die Royal Canine Society of Spain ist besorgt über das mögliche Verbot von Rassen wie dem Deutschen Schäferhund und dem Dackel in Deutschland.

Veröffentlicht am : 10. Mai 2024
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Die Royal Canine Society of Spain (RSCE) lehnt ein mögliches Verbot bestimmter Hunderassen in Deutschland ab. Darunter sollen so beliebte Rassen wie der Dackel und der Deutsche Schäferhund fallen, und zwar mit der Begründung, dass diese Rassen gesundheitliche Probleme entwickeln. „Eine These, die wissenschaftlich nicht untermauert ist und die, wenn sie sich bewahrheitet, die unkontrollierte Zucht und den Schwarzmarkt fördern wird", heißt es.

Schauen wir uns nur einmal die historische Entwicklung des Körperbaus des Deutschen Schäferhundes an (s. Abbildung).

Entwicklung des Schäferhundes

Kaum vorstellbar ist dabei, daß die Züchtung der Beinstellung der Hinterläufe des Hundes gesund sein soll. Insbesondere die Hüft- und Kniegelenke dürften hier eine ungesunde Überbelastung erfahren, auch wenn es vielleicht manch einem Hundefreund als schön vorkommt. Aber lassen wir uns die Argumente des RSCE einmal vortragen.

Die Organisation "nimmt mit großer Besorgnis die Nachricht aus Deutschland zur Kentnis und hofft, dass die deutsche Regierungskoalition ihre Absicht, ein Veto gegen die Entwicklung von bis zu 17 international anerkannten Rassen einzulegen, zurücknehmen wird".

So kündigt die RSCE an, dass sie sich der von ihrem deutschen Pendant, dem VdH, gestarteten Kampagne anschließt, um Unterstützung gegen eine künftige Verordnung zu sammeln, die auf ein Verbot von 17 Rassen abzielt.

"Ein Veto gegen eine Rasse führt nicht zu deren Aussterben, sondern fördert unkontrollierte Zucht und illegalen Handel. Hunderassen können sich dem Phänomen der Globalisierung nicht entziehen, da sich das Interesse der Verbraucher aufgrund von Moden oder sozialen Netzwerken vervielfacht, aber auch, weil diese Hunde Teil unserer Kultur und Lebensweise sind", argumentieren die Vertreter der Gesellschaft.

Nach Angaben der RSCE, die mit der EU-Exekutive übereinstimmen, generiert der Schwarzmarkt für reinrassige Hunde ein jährliches Einkommen von 1,3 Milliarden Euro für Piratenzüchter. Die Verhängung von Verboten wie in Deutschland würde zu einer Zunahme des illegalen Handels führen, der langfristig der Gesundheit und dem Wohlergehen des Hundes irreparablen Schaden zufügt, indem er die Verbreitung von Krankheiten durch unkontrollierte Zucht begünstigt.

"Nicht umsonst sind 80 % der Bürger in der Europäischen Union der Meinung, dass die verschiedenen Behörden die Maßnahmen zur Gewährleistung des Wohlergehens von Hunden gemeinsam und koordiniert verstärken sollten, was bedeutet, dass der Kampf gegen die Mafia und der Schutz verantwortungsbewusster Züchter intensiviert werden muss", heißt es in der Stellungnahme.

Nach Ansicht der RSCE entbehrt die deutsche Entscheidung auch einer wissenschaftlichen Grundlage. "Studien wie die kürzlich in der Zeitschrift Nature veröffentlichte bestätigen - wie auch Hunderte von früheren Forschungsarbeiten - dass reinrassige Hunde eine höhere Lebenserwartung haben als Mischlinge. Rassen sind das Ergebnis einer jahrtausendelangen Selektion nach morphologischen und funktionalen Kriterien (Anpassung an Klima und Gelände, Arbeitsleistung), was mit einer schlechten genetischen Gesundheit unvereinbar ist", heißt es weiter.

Aus diesem Grund sind sie der Ansicht, dass ein Veto gegen eine der 400 international anerkannten Rassen die Zerstörung eines historischen und anthropologischen Reichtums bedeutet und die Menschen, die ihre Zeit und Mühe der Verbesserung der Rasse widmen, in den Ruin treibt und den illegalen Handel begünstigt.

Nach Ansicht der RSCE ist die beste Lösung zur Gewährleistung gesunder Hunde immer die verantwortungsvolle Zucht. "Eine Praxis, die in Spanien durch das Tierschutzgesetz geschützt ist und die nun im Zuge der Weiterentwicklung der Gesetzgebung verstärkt werden kann", so die RSCE. Diese Aussage des RSCE dürfte u.E. ziemlich optimistisch sein, denn die Anzahl von Mischlingen, die man in spanischen Tierheimen antrifft, ist zumindest nicht unbeachtlich.

"Verantwortungsbewusste Züchter arbeiten in einem geregelten Rahmen und sind die einzigen, die die Entwicklung und die Gesundheit von reinen Hunderassen garantieren können. Unser Verband weist darauf hin, dass das Arsenal an genetischen und veterinärmedizinischen Tests zur Züchtung gesünderer Hunde und zur Beseitigung von genetischen und angeborenen Krankheiten von Jahr zu Jahr zunimmt", so der Verband.

Die RSCE weist auch darauf hin, dass die Länder mit dem höchsten Anteil an reinrassigen Hunden auch die Länder mit der geringsten Häufigkeit von Misshandlung und Vernachlässigung sind. Die fünf Länder mit den wenigsten ausgesetzten Hunden in Europa sind auch die Länder mit dem höchsten Anteil an reinrassigen Hunden: Finnland (61,35 % Anteil reinrassiger Hunde an der Gesamtbevölkerung), Schweden (59,03 %), Norwegen (58,63 %), Irland (43,45 %) und Dänemark (34,97 %). Wenn der RSCE meint, in den Ländern mit den meisten reinrassigen Hunden würde es die wenigstens Mißhandlungen und Vernachlässigungen geben, so könnte das vielleicht auf die genannten nordischen Länder zutreffen. Spanien jedenfalls dürfte nicht dazu gehören, ebenso wie z.B. Italien und Griechenland, von Rumänien ganz zu schweigen.

Für José Miguel Doval, Präsident der RSCE, "ist es wichtig, dass die kynologischen Organisationen auf nationaler und europäischer Ebene über Verbände wie die Fédération Cynologique Internationale politische Lobbyarbeit leisten, um die Bedeutung der zertifizierten, rückverfolgbaren und verantwortungsvollen Zucht und ihre Rolle bekannt zu machen, nicht nur um Hundekrankheiten und -problemen ein Ende zu setzen, sondern auch um die Zahl der Misshandlungen und Aussetzungen zu verringern".

"Ebenso müssen die Hundeverbände, die über wissenschaftliche und wirtschaftliche Daten verfügen, die Behörden vor dem Unsinn warnen, der aus dem Veto gegen eine der international anerkannten Rassen resultieren würde, da dies den Betrug und damit die Verbreitung von Krankheiten begünstigen würde, die mit dieser Maßnahme theoretisch ausgerottet werden sollen", schließt er ab.

Abschließend stellt sich für uns die Frage, warum immer noch Hunde in großer Zahl gezüchtet werden, wo doch bekannt ist, daß fast alle Tierheime derzeit so voll, wie nie zu vor, sind. Braucht es wirklich noch mehr Hunde?. Wir möchten dies verneinen. Wenn sich die Hunteinteressenten die Mühe machen würden, mehrere Tierheime und Tierschutzorganisationen aufzusuchen, würde sich für fas jeden Interessanten ein passender Hund finden lassen. Dieser Wunsch scheitert aber an der Bequemlichkeit vieler Menschen, die im Hamsterrad der Schnelllebigkeit unserer Zeit gefangen sind.

F.S.

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